• Der Roboter sucht sich selbst das passende Werkzeug aus, schwingt zum Werkstück
    und beginnt mit der Arbeit.
  • In vielen Arbeitsschritten entstehen die Wangen für eine mehrfach gekrümmte Treppe.

Roboterfräszentrum für komplexe Einzelanfertigungen

Der Verein Technologietransfer Handwerk (TTH) mit Sitz in Stuttgart würdigt einmal im Jahr erfolgreiche Kooperationen zwischen Handwerk und Wissenschaft und vergibt dafür den Seifritz-Preis. Unter dem Motto „Meister sucht Professor“ zeichnet die Jury innovative Produkte und Dienstleistungen aus, die durch Zusammenarbeit von Wissenschaft und Handwerk zur Marktreife gebracht wurden. Zu den diesjährigen Gewinnern des bundesweiten Transferpreis des deutschen Handwerks zählt Klöpfer Kunde Tischlerei Eigenstetter in Rehna bei Schwerin. Die ausgezeichnete Idee: Die Entwicklung eines automatisierten Fertigungsverfahrens für Holzprodukte mit mehrfach gekrümmten Oberflächen wie etwa Treppen. Für dieses Projekt hatte das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie BMWi die Tischlerei Eigenstetter schon im vergangenen Jahr bei der Vergabe des Förderprogramms ZIM mit dem Sonderpreis für das Handwerk bedacht.

Tischlermeister Axel Eigenstetter hatte viele Anfragen für exklusive, teils mehrfach gekrümmte Möbel. Sie ließen sich jeweils nur in aufwändiger und wirtschaftlich kaum vertretbarer Handarbeit fertigen. Sohn Martin, Maschinenbau-Ingenieur, entwickelte gemeinsam mit dem Team der Tischlerei in dreijähriger Arbeit ein innovatives Roboter-Fräszentrum – mit Unterstützung von Prof. Wanner vom Fraunhofer „Anwendungszentrum Großstrukturen in der Produktionstechnik“ in Rostock. Jetzt fertigt Axel Eigenstetter individuelle Sondermöbel mit einem fünfachsigen Roboter, dessen Gelenkarme simultan arbeiten – kostengünstig und mit höchstem Anspruch an Maßhaltigkeit und Oberflächengüte. Eines der bislang größten Projekte war die Wendeltreppe eines alten Schlosses: Stundenlang entstanden am Computer die Zeichnungen der Bauteile, die der Roboter anschließend fräste.

„Wir stellen unser gesamtes Know-How und die Technologie auch Tischler- und Schreinerkollegen gern und häufig zur Verfügung“, erklärt Dipl. Ing. Martin Eigenstetter. „Dazu gehört vor allem das 3D-Konstruieren komplizierter Teile, das Fertigen komplexer und besonders großer Teile und der Formenbau.“ Zudem übernimmt der Betrieb auf Anfrage auch die Sonderanfertigung von Mineralwerkstoffteilen – in enger Zusammenarbeit mit Klöpfer Surfaces Neustrelitz.

 

Termine, Trends und Neuigkeiten. Und die schönsten Arbeiten unserer Kunden.